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Werner Reif: Deutsche Lautenmusik PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Peter Päffgen   
Freitag, den 18. Mai 2012 um 19:24 Uhr

Werner Reif (Hrsg.), Lautenstücke aus der Renaissance, bearbeitet für Gitarre: Deutschland, Manching 2012, Edition Dux 904, € 12,80

Dies ist der fünfte Band mit Lautenstücken, die Werner Reif bei der Edition Dux herausgegeben hat. Nach Sammlungen mit Kompositionen aus Frankreich, England und Italien sowie einer mit Lautenduetten ist jetzt deutsche Lautenmusik an der Reihe, deutsche Lautenmusik, überliefert in deutscher Lautentabulatur.

Sie, die deutsche Lautentabulatur, war zweifellos die umständlichste der Griffschreibweisen, die seit Ende des 15. Jahrhunderts in Benutz waren und das war auch ein wesentlicher Grund dafür, dass sie bald durch entweder die französische oder die italienische Tabulatur ersetzt wurde. Ein blinder Organist, Conrad Paumann mit Namen, soll es gewesen sein, der sie erfunden hat. Und später, viel später, als das Interesse an Laute und Lautenmusik nachließen, gab man der deutschen Tabulatur sogar die Schuld für den Niedergang des vorher so angesehenen Instruments. „Man darff sich derowegen nicht wundern, wenn man die Beschaffenheit des Lauten-Griffbretes ansiehet, wie das hat zugehen können, dass ein solches Instrument wegen seiner Schwürigkeit so sehr hat in Ruff kommen können.“ [Untersuchung, S. 57] Die deutsche Lautentabulatur war 1727, als Ernst Gottlieb Baron das schrieb, schon über hundert Jahre nicht mehr in Benutz, aber er hatte sich vorgenommen, „von denen Præjudiciis zu gedencken, durch welche dieses sonst Edle Instrument gantz ohne Noth ist verhast gemacht worden.“ [S. 99]

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Nochmal Ida Presti! PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Peter Päffgen   
Freitag, den 18. Mai 2012 um 14:26 Uhr

Les Compositions de Ida Presti pour deux Guitares
Olivier Chassa
in & Stein-Erik Olsen
Aufgenommen im
April 2009
SIMAX
PSC 1289, im Vertrieb von Klassik Center Kassel
… eine besondere CD …

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Dass Ida Presti eine Ausnahmemusikerin war, wissen wir … mindestens haben wir es gelesen. Dass sie – wie viele ihrer Kolleginnen und Kollegen – komponiert hat, ist auch bekannt. Aufnahmen gab es aber bisher nicht. Im Anhang zu Eleftheria Kotzias Artikel bzw. der mit diesem Artikel verbundenen Diskographie, stand ein Verzeichnis von Ida Prestis Kompositionen … allerdings, wie man jetzt sieht, ein mehr als unvollständiges.

An Solowerken hatte Eleftheria in ihrem Artikel gelistet:

Segovia
Étude à ma mère
Prélude (Hommage à Bach)
Prélude pour Alexandre

Ein stark erweitertes Verzeichnis der Stücke für zwei Gitarren wird jetzt durch das Programm der CD Olivier Chassain und Stein-Erik Olsen geliefert:

La Hongroise (199)
Danse d’Avila (1957)*
Danse Gitane (1957)
Espagne (1966)
Prélude (1958)*
Berceuse à ma mère (1957)
Étude Nº 1 (1956)*
Valse de l’an nouveau (1955)
Tarantelle (1959)
Bagatelle (1964)
Sérénade (1955)
Étude fantasque (1966)

Drei dieser Stücke sind bei Ricordi erschienen (*), alle anderen, herausgegeben von Olivier Chassain, bei Bèrben in Ancona.

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The Art of Ida Presti PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Peter Päffgen   
Donnerstag, den 10. Mai 2012 um 13:57 Uhr

 

The Art of Ida Presti
Werke von de Visée, Bach, Paganini, Albéniz, Malats, Fortea, Moreno-Torroba, Villa-Lobos, Sor, Pujol, Lagoya
Aufgenommen 1938 und 1956
IDIS 6642, im Vertrieb von Klassik Center, Kassel
… außergewöhnliche Gitarristin und Musikerin …

Ida Presti kennen die meisten unter uns, wenn überhaupt, als Duopartnerin von Alexandre Lagoya. Dass sie aber vorher schon als Wunderkind eine sensationelle Karriere gemacht hat, davon liest man nicht viel … und auch, wenn Eleftheria Kotzia versucht, Idas Namen im Gespräch zu halten, ich fürchte, dass er bald nur noch den „Historikern“ unter den Gitarrenfreunden geläufig sein wird.

Eleftheria Kotzias Artikel über Ida Presti, der 1992 in Gitarre & Laute erschienen ist, finden Sie mit Veröffentlichungsdatum  08. 05. 2012 hier in Gitarre & Laute ONLINE, ansonsten gibt es leider wenig neuere Literatur zum Thema. Die unten folgende Diskographie hat Eleftheria nach Rücksprache aus Beiträgen der Pariser Zeitschrift „Les Cahiers de La Guitare“ übernommen.

Ida Presti hat 1938 ihre ersten Schallplattenaufnahmen gemacht, da war sie dreizehn oder vierzehn Jahre alt. Die Datierung 1934—1936 in der Diskographie ist falsch, denn Marco Bazzotti, der Herausgeber der vorliegenden IDIS-CD und auch John W. Duarte, der 1995 eine CD mit ähnlicher Auswahl herausgegeben hat (Ida Presti and Luise Walker: Les grands dames de la guitare, PEARL GEMM CD 9133, Pavilion Records Ltd.), schreiben übereinstimmend, die Aufnahmen seien 1938 entstanden. Duarte hat dazu noch die Matrizen- und Platten-Nummern der Produktionen angegeben.

Interessant ist übrigens, dass auf den CD-Neuproduktionen weder die Chansons populaires Mexicaines von Ponce noch der spanische Tanz von Enrique Granados enthalten sind, die laut Diskographie in Ida Prestis Programm waren und die auch eingespielt vorliegen.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 15. Mai 2012 um 11:42 Uhr
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Wish You Were Here! — Ida Presti 1924—1967 PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Eleftheria Kotzia   
Dienstag, den 08. Mai 2012 um 16:11 Uhr

Vor fünfundvierzig Jahren, am 24. April 1967, stand die berühmte Gitarristin und geniale Musikerin Ida Presti im Grand Memorial Hospital in Rochester nicht einem Publikum gegenüber, sondern einem unentrinnbaren Gesetz unseres Lebens. Im Alter von 43 Jahren und auf dem Höhepunkt ihrer Karriere starb sie an ihren inneren Blutungen.

Geboren wurde sie am 31. Mai 1924 in Seresnes, einem Vorort von Paris, und getauft wurde sie auf den Namen Yvette Montagnon. Ihr Vater, Claude Montagnon, war Franzose, ihre Mutter, Olga-Gracia Lo Presti, Sizilianerin. Monsieur Montagnon dachte, Ida Presti klinge besser als Yvette Montagnon, und so nahm sie später den Geburtsnamen der Mutter an. Ihr Vater liebte Musik und spielte oft bei sonntäglichen Festen Akkordeon.

Nach einem Konzert von Segovia am 7. April 1924 kam er höchst beeindruckt nach Hause und erzählte seiner Frau, die im achten Monat schwanger war: „Unser Kind wird einmal ein großer Gitarrist“. Ein paar Wochen später wurde Yvette geboren. Monsieur Montagnon kaufte sich eine Gitarre und spielte darauf herum – um später seiner Tochter die ersten Anfangsgründe beibringen zu können. Übrigens hatte er die gleichen Ambitionen bei seinem zweiten Kind, einem Jungen, aus denen aber nichts wurde.

Auf jeden Fall wurde es zu einer Hauptaufgabe von Monsieur Montagnon, Ida zu einer großen Gitarristin zu machen. Als sie sechs Jahre alt war, unterrichtete er sie auf einer Gitarre von normaler Größe – vornehmlich mit Hilfe von Schallplatten von Andrés Segovia – und half ihr, das angeborene Talent auszubilden und die nötige Disziplin. Die Arbeit begann nach der Schule, wenn die kleine Ida zuerst eine Mittagsruhe einhielt, um dann Gitarre und Musiktheorie zu üben. Ihre ungewöhnliche Musikalität und ihr Fleiß zeitigten die erstaunlichsten Ergebnisse. Mit acht Jahren spielte sie zum ersten mal öffentlich uns ihr erstes regelrechtes Konzert gab sie mit zehn, am 28. April 193 in der Salle Chopin-Pleyel in Paris.

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Eingegangene Notenausgaben III/2012 | Besprechung vorbehalten PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Redaktion   
Montag, den 02. April 2012 um 08:32 Uhr

Neu eingegangene Noten
Besprechung vorbehalten | Besprochene Ausgaben sind mit dem Fundort der jeweiligen Rezension verlinkt

Alexey Agibalov, Sonata Nº 1 for the Seven-String Guitar, Columbus, 2010, Editions Orphee, PWYS-95
Johann Sebastian Bach, Adagio & Allegro aus der Sonata Nr. 6 G-Dur BWV 1019 für Violine und Cembalo, herausgegeben von Nikita Koshkin, Berlin, 2011, Edition Margaux, em 2096
Rainer Bischof, Valenciana für Orgel und Gitarre, Wien u.a., 2007, Doblinger, D. 19 795
Thomas Buchholz, drei mondlieder für Blockflöte, Gitarre und Akkordeon, Berlin, 2010, Verlag Neue Musik, NM 1224
Thomas Buchholz, Himmelfarben II für Blockflöte und Gitarre, Berlin, 2011, Verlag Neue Musik, NM1314
Thomas Buchholz, Himmelstage/Heaven Days/Les Journées du ciel für drei Gitarren, Berlin, 2011, Verlag Neue Musik, NM 1315
Thomas Buchholz, sonata a tre (nostradamus I). Fassung für Flöte, Gitarre und Akkordeon, Berlin, 2010, Verlag Neue Musik, NM 7834a
Agustín Castilla-Ávila, Five o’Clock (Eran las Cinco de la tarde) for guitar, Wien, 2011, Doblinger, D.19 992
Agustín Castilla-Ávila
, Presentimiento (Habanera), Laura’s Song for Guitar, Wien, 2011, Doblinger, D 35 938
Rafael Catalá Salvá, Toros de Ceniza (Alegrías) für Gitarre, Wien u.a., 2009, Doblinger, D. 19 856
Olivier Mayran de Chamisso, 12 Timeless Préludes intemporels, herausgegeben von Olivier Chassain, Mainz u.a., 2011, Schott Music, SF 1001
José Costa y Hugas, The Complete Works, herausgegeben von Rafael Catalá, Wien, 2010, Doblinger, D.19 657
François Couperin, Les Barricades Mistérieuses. Transcription for Baroque Lute, herausgegeben von Miguel Yisrael, Bologna, 2010, Ut Orpheus, SDS 10
François De Fossa, Cinquième Fdantaisie suir l’air des Folies d’Espagne op. 12 for solo guitar, herausgegeben von Matanya Ophee, Columbus, 2010, Editions Orphee, PWYS-15C
François De Fossa, La Tyrolienne Variée op. 1 for solo guitar, herausgegeben von Matanya Ophee, Columbus, 2010, Editions Orphee, PWYS-15A
François De Fossa, Ouverture de l’opéra L2 Calif de Bagdad, Musique de Boildieu arranged for solo guitar, herausgegeben von Matanya Ophee, Columbus, 2010, Editions Orphee, PWYS-15E
François De Fossa, Première Fantaisie op. 5 for solo guitar, herausgegeben von Matanya Ophee, Columbus, 2010, Editions Orphee, PWYS-15B
François De Fossa, Quatre Divertissements extrais des Oeuvres de J. Haydn op. 13, herausgegeben von Matanya Ophee, Columbus, 2010, Editions Orphee, PWYS-15D
Mark Delpriora, Variations on a Theme by Sor/Variazioni Attraverso l’Ottocento for Guitar, Columbus, 2011, Editions Orphee, PWYS-101
Georges Englert, Cadenza pour trio de guitares, Berlin, 2010, Editions Margaux, em 3016
Georges Englert, Tangberica pour trio de guitares, Berlin, 2010, Edition Margaux, em 3012
José Ferrer, José Ferrer & José Broca: The Short Works, herausgegeben von Rafael Catalá, Wien, 2010, Doblinger, D.19 658
Jean Francaix, Prélude pour Guitare, Mainz u.a., 2011, Schott Music, GA 547
George Gershwin, The Classical Guitar Collection: George Gershwin. 17 Pieces Specially Arranged for Classical Guitar (mit Audio-CD), herausgegeben von Jerry Willard, London, 2011, Wise Publications, Music Sales, 978-1-78038-013-1

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Musikinstrumente im Dorotheum, Wien PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Redaktion   
Donnerstag, den 29. März 2012 um 08:39 Uhr

Das Dorotheum ist das größte Auktionshaus für Kunst in Mitteleuropa, gegründet im Jahr 1707 als „Versatz- und Fragamt zu Wien“. Damals wie heute ist ein wesentlicher Teil des täglichen Geschäfts die Pfandleihe und der Handel mit Juwelen und Kunstobjekten. Die 600 im Jahr stattfindenden Versteigerungen erbringen etwa 60% des Gesamtumsatzes. Neben Gemälden, graphischen Arbeiten, Skulpturen, Möbel, Porzellan und Schmuck werden zweimal jährlich Musikinstrumente versteigert, unter anderem heute, am 29. März 2012 um 16:00 Uhr. Wir können leider erst jetzt, wenige Stunden vor der Auktion, über die Versteigerung berichten, werden aber in Zukunft früher Meldungen über Termine und Inhalte der Auktionen liefern. Aber selbst heute: Sie können noch bieten:

Palais Dorotheum
TEL: ++43–1–515 60–0
FAX: ++43–1–515 60–508
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Wie fast immer bei Versteigerungen von Musikinstrumenten sind es hauptsächlich Streichinstrumente, die unter den Hammer kommen. Auch heute sind die Lots 1 bis 73 Geigen und Geigenbögen, 74 bis 85 Bratschen, 86 bis 91 Celli. Das Objekt mit dem höchsten Schätzpreis ist eine „Feine italienische Meistergeige“ von Paolo Antonio Testore (Mailand um 1690—nach 1760) aus dem Jahr 1742 mit Bogen und Etui, geschätzt auf € 60.000—80.000.

Mit Lot 92 beginnen meist neue Holz- und Blechblasinstrumente, danach Zupfinstrumente (ab Lot 114).

Lots 114 bis 117 sind Mandolinen, hervorheben möchten wir die Nummer 115:

Eine sehr schöne Meistermandoline, um 1900, Neapel oder Rom, leicht rep. bed. € 800—1.000. (Katalog, Dorotheum, s. Foto © 2012, Dorotheum, Wien, mit freundlicher Genehmigung)

Es folgen (118—119) zwei Wiener Schrammelgitarren (Kontragitarren) von Johann Gottfried Scherzer (1843—1870), beide geschätzt auf € 1.400—1.600, eine sechssaitige „Wiener Meistergitarre“ von Nicolaus Georg Rieß (€ 800—1.000) und als Nummer 122

Eine Wiener Kontragitarre von Ludwig Reisinger, 1916, rep. bed. (Katalog, Dorotheum, s. Foto © 2012, Dorotheum, Wien, mit freundlicher Genehmigung)

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Thorsten Drücker spielt Gitarrenkonzerte des 20./21. Jahrhunderts PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Peter Päffgen   
Mittwoch, den 28. März 2012 um 17:46 Uhr

Gee’s Bend: Gitarrenkonzerte des 20./21. Jahrhunderts
Werke von Elmer Bernstein, Malcolm Arnold, Michael Daugherty
Thorsten Drücker, Gitarre; WDR-Rundfunkorchester, Rasmus Baumann
Aufgenommen zwischen September und Dezember 2010, erschienen 2011
Querstand
VKJK 1211, im Vertrieb von CODAEX
… in allen drei Konzerten exzellent …

Thorsten Drücker spielt Gitarrenkonzerte … keines von Rodrigo oder Castelnuovo-Tedesco, auch nicht von Brouwer und schon gar nicht von Vivaldi. Von den drei Konzerten, die er zusammen mit dem WDR-Rundfunkorchester unter Rasmus Baumann für seine CD eingespielt hat, ist eines halbwegs bekannt, das von Malcolm Arnold (1921—2006) nämlich, das Julian Bream gewidmet ist, die beiden anderen eher nicht. „Gee’s Bend for electric guitar and orchestra“ ist eine Welt-Ersteinspielung und das Konzert von Elmer Bernstein (1922—2004), mit dem das Programm eröffnet wird, hat bisher nur Christopher Parkening auf CD vorgestellt. Er hat den Komponisten zu dem Werk angeregt und ihm ist es gewidmet.

Elmer Bernstein war, als er sein „Concerto for guitar and orchestra“ schrieb, ein vielbeschäftigter Komponist … allerdings weniger von „E-Musik“, was auch immer man darunter verstehen mag. Elmer Bernstein belieferte Hollywood und zwar sehr erfolgreich. „The Magnificent Seven“ (1960) „The Ten Commandments“ (1956) „The Blues Brothers“ (1980) oder „Wild Wild West“ (1999) sind nur ein paar Beispiele für die insgesamt über zweihundert Filme, die er mit Musik versehen hat. Für die Musik zu „Thoroughly Modern Millie“ hat er 1967 gar einen „Oscar“ bekommen.

Das Concerto von Elmer Bernstein, der – nebenbei bemerkt – mit Leonard Bernstein (1918—1990) befreundet, aber nicht verwandt war, beginnt mit einem puren Gitarrenklang, mit dem Durchstreichen der leeren Saiten des Instruments … ganz vorsichtig erst, als wäre es ihm fremd, als brächte er seine ersten Töne auf der Gitarre hervor. Und dann, wenig später, baut sich peu à peu ein Orchesterklang auf: Streicher, Holz, Blech und für die Effekte immer wieder Schlagwerk.

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Judicaël Perroy und Graham Anthony Devine spielen Bach-Transkriptionen PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Peter Päffgen   
Sonntag, den 11. März 2012 um 14:43 Uhr

Johann Sebastian Bach, Transcriptions for Guitar: Partita c-Moll BWV 826; Suite BWV 997; Prelude, Fugue and Allegro BWV 998; Concerto in D-major (after Vivaldi) BWV 972
Judicaël Perroy, Gitarre
Aufgenommen im April 2010, erschienen 2012
NAXOS
8.572427
… fast amorphe Tonkette …

Johann Sebastian Bach, Guitar Transcriptions: Choral “Nun komm der Heiden Heiland” BWV 659; Cello Suite Nº 4 BWV 010; Choral “Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ” BWV 639; Choral “Jesus bleibet meine Freude” BWV 147; Violin Partita Nº 2 BWV 1004; Choral “Bist du bei mir” BWV 508
Graham Anthony Devine, Guitar
Aufgenommen im Juli 2010, erschienen 2012
NAXOS
8.572740
… insgesamt überzeugt …

Werke von Johann Sebastian Bach werden seit jeher für Gitarre bearbeitet. Angefangen hat’s mit Einzelsätzen aus den Lautenwerken, dann kamen Teile aus Werken für andere Instrumente dazu. Als sich bei Gitarristen immer weiterreichend durchsetzte (und als sie auch spieltechnisch dazu in der Lage waren), dass man nicht mehr Einzelsätze sondern komplette Zyklen spielte, wurden auch die Adaptionen aus dem Œeuvre von Bach komplett gespielt: Segovia nebst Epigonen spielten noch die Chaconne – heute wird gemeinhin die ganze Violin-Partita (BWV 1004) vorgeführt wenn nicht gar (für CD-Projekte) alle drei Sonaten und Partiten en suite.

Unter den Werken, die Judicaël Perroy auf seiner neuen CD spielt, sind zwei, die meistens überhaupt nicht als Transkriptionen empfunden und bezeichnet werden. Es sind die dies die Suite BWV 997 und „Präludium, Fuge und Allegro“ BWV 998 [PFA] – beide hat Wolfgang Schmieder als „Werke für Laute“ in sein „Thematisch-Systematisches Verzeichnis der Musikalischen Werke von Johann Sebastian Bach“ (BWV) aufgenommen und um beide wird seitdem in der Musikwissenschaft und in Gitarristenkreisen gestritten. Es ist nämlich keineswegs unbestritten, dass die Werke wirklich für Laute konzipiert waren … aber das, ich sage es eher triumphierend als bedauernd, spielt heute eigentlich keine Rolle mehr. Denn ist nicht jedes Werk von Johann Sebastian Bach, das auf der Gitarre gespielt wird, eigentlich eine Transkription? Und sind seine Instrumentalwerke, auch die geringsten, nicht so in sich geschlossene, perfekte Kunstwerke, dass sie – auf jedwedem Medium dargeboten – ihre Größe mindestens ahnen lassen?

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