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Geschrieben von: Redaktion
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Samstag, den 21. Januar 2012 um 19:18 Uhr |
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Soundboard XXXVII/2011/Nº 4 (Exemplar hier eingegangen am 10. Januar 2012) zeigt als Titelbild ein Portrait, das Pepe Romero von seinem Vater Celedonio Romero angefertigt hat. Das Gemälde ist nach einer Fotografie entstanden. Pepe Romero hat von Jugend an gemalt und eines seiner Jugendwerke befindet sich in der Robert Lehman-Sammlung des Metropolitan Museum of Art in New York … neben Werken von Matisse, Utrillo, Ingres, Césanne, Gaugin, Seurat und Chagall. Anschließend finden sich Nachrufe auf Ron Purcell (1932—2011) von Charles Postlewait und Peter Danner. Purcell war Mitbegründer und von 1973 bis 1979 erster Präsident der Guitar Foundation of America. Neben seinen Tätigkeiten als Professor für Gitarre an verschiedenen amerikanischen Universitäten und als Herausgeber von Gitarrenmusik hat er sich besonders als Gründer und Leiter der „International Guitar Research Archives“ an der Oviatt Library der California State University ausgezeichnet. Der „Rossini der Gitarre“ ist danach Thema: Pedro Abrill Ximénez Tirado (Artikel von Darío Montiel). Der Autor hat 2004 am Andrés-Sás-Forschungszentrum an der Peruanischen Nationalbibliothek zum Thema Barockmusik der Gegend von Virreinato del Perú Forschungen unternommen. Dort hatte es eine reiche Musiktradition gegeben. Während seiner Arbeiten hat Dario Montiel Kontakt zu einem argentinischen Musiker und Musikforscher namens Néstor Guéstrin aufgenommen und der hat ihm von acht Menuetten von Jiménez berichtet, die dieser von dem argentinischen Musikologen Ricardo Zavadivker bekommen hatte. Es waren Fotokopien aus einer Zeitschrift namens „La chitarra“, die in Bologna herausgekommen ist. Dies war Daríos erste Begegnung mit Jiménez. Der peruanische Gitarrist Octavio Santa Cruz hatte die Stücke 1985 in Peru aufgeführt, wo sie vermutlich auch komponiert worden waren – einhundertfünfzig Jahre vorher. Durch Octavio Santa Cruz ist der Autor dann an den bolivianischen Gitarristen Gunther Vilar gekommen und der hat ihn mit den „Cien minuetos para guitarra“ [Hundert Menuette für Gitarre] von Jiménez bekannt gemacht hat, die 1844 bei Simon Richault in Paris herausgekommen waren. 2006 sind die Menuette in vier Bänden neu herausgekommen. Octavio Santa Cruz ist der Herausgeber der Neuausgabe.
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Geschrieben von: Peter Päffgen
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Sonntag, den 01. Januar 2012 um 16:26 Uhr |
The Art of Vivaldi’s Lute Ronn McFarlane, Lute The Bach Sinfonia, Daniel Abraham Aufgenommen im Mai 2010, erschienen 2011 SONO LUMINUS DSL-92132, Im Vertrieb von NAXOS … der auf Wirkung zielende Musiker … ••
Die „Lautenkonzerte“ von Antonio Vivaldi (1678—1741) kennt hier jeder. Speziell das Konzert D-Dur RV (Ryom-Verzeichnis) 93 ist von vielen namhaften Gitarristen (natürlich auf der Gitarre) gespielt und eingespielt worden … auch von weniger namhaften, denn vor unüberwindbare spieltechnische Probleme stellt der Solopart dieses Konzertes nicht.

Aber ganz abgesehen von der Frage, ob das Konzert auf der Laute oder der Gitarre gespielt werden soll, ist es keineswegs geklärt, für welches Instrument es von Antonio Vivaldi überhaupt konzipiert war. In den handschriftlichen Partituren, die uns als Quellen dienen, ist ausschließlich die Rede von einem „Leuto“. Das kann ein Synonym von „Liuto“ oder „Lauto“ sein, den italienischen Bezeichnungen für die Laute, es kann aber auch als Hinweis auf ein anders geartetes oder anders dimensioniertes Instrument zu verstehen sein.

Die Lautenstimmen in den Partituren von Vivaldi sind nicht in Tabulatur ausgeschrieben, was Aufschluss über die Stimmung des Instruments gäbe, sondern notiert auf Violinschlüssel. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass der Lautenpart in anderer Tonhöhe ausgeführt werden soll, als notiert – das bedeutet, der Leuto Vivaldis war ein Sopraninstrument … nennen wir es Sopranlaute, Barockmandoline oder Mailänder Mandoline!
Ronn McFarlane ist, so kenne ich ihn aus früheren CD-Produktionen, kein Bürokrat, der streng nach den neuesten Erkenntnissen der historischen Aufführungspraxis seine Interpretationen plant und umsetzt. Er ist eher der auf Wirkung zielende Musiker, der sein Publikum und dessen Amüsement im Blick hat. Und so wird er auch in seiner Vita im Booklet als ein Musiker geschildert, der die Laute in den „musical mainstream“ gebracht und ihre Musik „accessible to a larger audience“ gemacht hat.
Auf vorliegender CD sind die bekannten Werke Vivaldis zusammengestellt, in denen Lauteninstrumente verlangt werden – dazu zwei „concerti ripieni“ (RV 127 und 157). Prinzipiell wird für den Generalbass kein Cembalo eingesetzt, sondern Lauteninstrumente (Laute, Theorbe) und Barockgitarre.
Für meinen Geschmack ist das D-Dur-Konzert, das bekannteste der dargestellten Werke, zu groß besetzt, zu sehr schon zu einem Konzert modernerer Machart aufgebläht. Und, just fort he record: Es wird eine „normale“ Laute verwendet, eine also, die eine Oktave tiefer klingt, als in der Partitur notiert. Um dem Ganzen dann einen modernen Touch zu geben, werden überzogene Tempi gespielt, die vor allem in der einleitenden Sinfonia (RV 127) meine Erwartungen keineswegs treffen. Das Stück läuft im Tutti ohne große dynamische Differenzierungen an mir vorbei, im langsamen Satz wird abgebremst aber dann, im abschließenden Allegro, wird wieder Fahrt aufgenommen. Reichlich schnell, reichlich laut, reichlich undifferenziert!
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Geschrieben von: Administrator
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Dienstag, den 20. Dezember 2011 um 14:25 Uhr |
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Diese Neuerscheinungen sind am 19. Dezember 2011 zur Besprechung eingegangen. Rezensionen werden nach Veröffentlichung mit der folgenden Liste verlinkt.
Alexei Agibalov: Sonata Nº 1 for the 7-string guitar, Columbus 2010, PWYS-95, US-$ 9,95
Mark Delpriora: Variations on a Theme by Sor. Variazioni Attraverso l’Ottocento for guitar, Columbus 2011, PWYS-101, US-$ 18,95
François de Fossa: Première Fantaisie op. 5 for solo guitar, edited by Matanya Ophee, Columbus 2010, PWYS-15B, $ 8.95
— Ouverture de l’Opéra „Le Calif de Bagdad, Musique de Boildieu arranged for guitar solo, edited by Matanya Ophee, Columbus 2010, PWYS-15E, US-$ 8,95
— La Tyrolienne Variée op. 1 for solo guitar, edited by Matanya Ophee, Columbus 2010, PWYS-15a, US-$ 6,95
— Cinquième Fantaisie sur L’air des Folies d’Espagne op. 12, edited by Matanya Ophee, Columbus 2010, US-$ 6,95
— Quatre Divertissements extraits fait des Oeuvre de J. Haydn op 13 for solo guitar, edited by Matanya Ophee, PWYS-15d, US-$ 12,95
Stephen Goss: Under Milk Wood Variations for guitar quartet and narrator, Partitur und Stimmen, Columbus 2009, EICM-21, US-$ 29,95
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Geschrieben von: Peter Päffgen
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Freitag, den 02. Dezember 2011 um 20:21 Uhr |
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Barrios Passion: Agustín Barrios Mangoré Aufgenommen und erschienen 2010 GUILD GMCD 7356 … Virtuose Leichtigkeit liegt Michael Erni nicht … ••
Francisco Tárrega, Jota Aufgenommen 2008, erschienen 2009 GUILD GMCD 7332 Italienische Gitarrenkonzerte von Mauro Giuliani und Antonio Vivaldi Michael Erni, Orchester “Il Divertimento” Erschienen 2006 Eigenproduktion
Die neueste Produktion von Michael Erni, der hier schon einmal ob einer CD mit Werken von Albéniz und Granados besprochen worden ist (in Ausgabe XVII/1995/Nº 2), enthält Stücke von Agustín Barrios. Zwei weitere, eine mit Tárrega und eine mit italienischen Konzerten für Gitarre und Orchester, sind auch noch neu genug, dass sie hier mindestens Erwähnung finden sollten.
Das Tárrega-Programm beginnt Erni mit einem Stück von Julián Arcas (1832—1882). Dessen „Gran Jota“ hat Francisco Tárrega (1852—1909) unter seinem Namen herausgegeben und, um ganz ehrlich zu sein, ich selbst habe das Stück in meiner Tárrega-Ausgabe (Budapest 1995) kommentarlos als eines von Tárrega veröffentlicht. Schwamm drüber … aber auch der große Emilio Pujol hat das Stück im Werkverzeichnis seines Buchs über Tárrega gelistet.
Michael Erni spielt das Stück nicht nur auf seiner CD, er hat es zu ihrem Motto gemacht und es ist das Eröffnungsstück seines Programms! Das ist dann doch vielleicht zu viel des Lobes für ein Stück, das dann auch noch von Robert Matthew-Walker, dem Autor des Booklet-Textes, als „eine von Tárregas originellsten Kompositionen“ und als „ausgezeichnetes Beispiel für Tárregas Fähigkeit, in größerem Rahmen tätig zu sein“ hervorgehoben wird.
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Geschrieben von: Redaktion
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Donnerstag, den 01. Dezember 2011 um 18:00 Uhr |
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Sebastian Hanke, Die schönsten Weihnachtslieder für jeden Gitarristen. Potsdam 2011, Edition Hanke, ISBN 978- 3- 9814820- 0-3, € 13,95 … überzeugend, dazu ist es professionell gesetzt, gedruckt und präsentiert …
Ins Auge springend kreativ ist es nicht, wenn man ein Heft (oder Buch) mit Weihnachtsliedern, arrangiert für ein bestimmtes Instrument oder eine Instrumentengruppe, herausgibt. Hat es schon oft gegeben – natürlich auch für Gitarre! Und auch die Ausstattung für alle möglichen Arten von Gitarren in diversen Darstellungsarten (Tabulatur, Griffsymbole und Notation) ist keine Sensation. Hat es alles schon gegeben! Zu Zielsetzung und Zielgruppe der Neuerscheinung schreibt der Herausgeber und Verleger: „In diesem Buch sind über 70 der beliebtesten Advents, Weihnachts- und Winterlieder speziell für die Gitarre arrangiert worden. Dabei handelt es sich in erster Linie um wohl bekanntes, aber auch hierzulande noch weniger verbreitetes Liedgut.“
Die ersten Arrangements liefern eine einfache Begleitung mit Basstönen. Es folgen solche in „verschiedenen Lagen“. Hier „wird die Melodie um eine zweite oder dritte Gitarrenstimme für das gemeinsame Musizieren ergänzt. Zu diesem Kapitel ist zu jedem aufgeführten Lied ein MP3-Playalong verfügbar, welches auf der Homepage www.editionhanke.com/xmas als kostenfreier Download zur Verfügung steht.“ Damit ist die Frage auch geklärt, wo denn die obligatorische Audio-CD steckt, ohne die heutzutage Hefte solcher Art nicht mehr auskommen. Hier wird als Alternative ein kostenloser Download angeboten, der vom Angebot her auch noch modifizier- oder erweiterbar ist … was mit einer CD naturgemäß nicht geht. Der dritte Teil des Buches bietet „kreative Akkordbegleitungen“, schließlich gibt es Fingerstyle-Weihnachtslieder mit einer Melodielinie mit Texten und einer zwei- bis dreistimmigen in Noten ausgeschriebenen Version, die schließlich auch in moderner Tabulatur geliefert wird. Schließlich liegen noch ein paar Lieder in drei- bis vierstimmigen Sätzen zum gemeinsam Musizieren in Gitarrengruppen bereit.
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Geschrieben von: Peter Päffgen
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Mittwoch, den 30. November 2011 um 18:06 Uhr |
Narciso Yepes: The Beginning of a Legend Werke von Rodrigo, de Visée, Rameau, Scarlatti, Bach, Sor, Milan und Sanz Aufgenommen zwischen 1953 und 1957, erschienen 2011 IDIS 6620 (Istituto Discografico Italiano) im Vertrieb von Klassik-Center, Kassel … erfrischend unperfekt … •••
Narciso Yepes (1927—1997) hat das „Concierto de Aranjuez“ am 16. Dezember 1947 öffentlich im Teatro Nacional in Madrid gespielt – bei seinem ersten Konzert in der spanischen Hauptstadt. Wenig später, noch im Jahr 1947, spielte er die Schweizer Uraufführung des Werks mit dem Orchestre de la Suisse Romande in Genf unter Ataúlfo Argenta. Yepes war zwanzig Jahre alt! Am 9. November 1940 war das Konzert in Barcelona uraufgeführt worden – mit Regino Saínz de la Maza und dem Orquesta Filarmónica de Barcelona unter César de Mendoza Lassalle.
1950 fuhren das Spanische Nationalorchester und Narciso Yepes nach Paris, um dort das Concierto aufzuführen. Das Konzert im Théâtre des Champs Elysées besiegelte den Welterfolg des Stücks … und schließlich interessierte sich die Plattenindustrie für das Werk. 1956 oder 1957 nahm Yepes das Konzert mit dem Orquesta de Camera de Madrid unter Ataúlfo Argenta auf (London International TW 91019), wenig später mit dem Spanischen Nationalorchester unter dem gleichen Dirigenten (DECCA SXL 7000).
Die ältere der beiden Aufnahmen des Konzerts durch Narciso Yepes ist auf der vorliegenden CD veröffentlicht … und zwar mit allen Unzulänglichkeiten, die sein Spiel damals enthüllte und die die noch junge Plattenindustrie noch nicht gemeistert hatte. Wenn Yepes später als der präziseste Gitarrist galt – und das meine ich eher ironisch im Sinne von pingelig –, dann hat er hier geschlurt und gehuddelt, wie ich es von ihm nie erwartet hätte – auch nicht in seiner Jugendzeit. Aber dass ein jugendlicher Wettbewerbsteilnehmer problemlos durch die flotten Passagen des Konzerts eilt ohne mit der Wimper zu zucken, wie das heute der Fall ist, davon war die Gitarristenkaste vor über fünfzig Jahren noch weit entfernt. Das Spiel von Yepes auf dieser Aufnahme jedenfalls klingt erfrischend unperfekt.
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